Mats Jonasson
Wie ich, Mats Jonasson, meine Tierformen Kristallblöcke (Blumen, Gesichter etc.) herstelle.
”Nach meiner Zeichnung fertige ich ein Gipsmodell, das eine exakte Kopie des fertigen Objekts darstellt. Hierbei spielt das Umfeld eine wichtige Rolle. Oft ist es schwer die perfekte Harmonie zwischen Motiv und Hintergrund zu finden, so dass ich häufig mehr Zeit darauf verwende, die Textur zu gestalten als das eigentliche Motiv herauszuarbeiten. Ein Adler auf einer Klippe ist leicht, aber ein Tier, das durch einen Wald schleicht, ist schwer darzustellen. Der Hintergrund bestimmt also auch immer den Gesamteindruck und schafft die nötige Stimmung.
Im nächsten Schritt werden die Feinheiten im Gipsmodell ausgearbeitet und nach dem Lackieren entsteht ein erster Guss. Dieses Positiv bildet die Grundlage für die spätere eiserne Form. Nach dem Verfeinern des Motivs gebe ich das Modell weiter an die Eisengießerei. Hier entsteht ein Sandkern für die Eisenform, aus der nach der Fertigung ebenfalls noch einmal die Details mit Diamantbohrern, Fräsen und Ultraschallwerkzeugen herausgearbeitet werden. Teile, die später poliert erscheinen sollen, werden entsprechend präpariert.
Entspricht das Egebnis nach diesen vielen Arbeitsschritten meinen Vorstellungen, wird die Eisenform an die Glaswerkstatt, in der bereits das geschmolzene Glas bereit steht, weitergegeben. Ein Vorheizen der Gussform sorgt für eine geringere Temperaturschwankung und verhindert ein Reißen des Glases.
Mit einem langen Eisen entnimmt ein Sammler flüssiges Glas aus dem Tiegel und vermeidet dabei unschöne Blasenbildung. Für unsere Objekte verwenden wir ein Spezialglas, welches wir zusammen mit dem Schwedischen Glass Research Institute entwickelt haben. Es ist die teuerste und hochwertigste Qualität, entwickelt für die besondere Beanspruchung beim Gießen und Pressen. Das Glas zeigt eine schöne Lichtbrechung, ist besonders glatt und extrem brilliant.
Nach dem Guss wird das Glas schonend über einen Zeitraum von 15-20 Stunden abgekühlt, so dass es nicht springt. Nach diesem Prozess erfolgt die erste Qualitätsprüfung. Schadhafte oder gesprungene Teile werden sofort aussortiert bevor sie in die weitere Bearbeitung gelangen können. Der nächste Arbeitsschritt ist das Sandstrahlen**. Wenn ich einen bestimmten Bereich glänzend erhalten will, maskiere ich ihn mit Silikon, so dass der scharfe Sandstrahl ihn nicht erreichen kann.
Mit verschiedenen Arten von Sand und unterschiedlichen Geschwindigkeiten können wir eine Vielzahl an Oberflächen darstellen. Im Anschluß wird das Werkstück poliert und in einem weiteren Sandstrahlvorgang mit gröberem Sand und mehr Druck der Weißegrad erhöht. Jede Unebenheit auf dem Hintergrund oder Fuß des Stückes ist dann wunderbar glatt. Mit Diamantschleifern verschiedener Härte erfolgt ein weiterer Arbeitsgang bevor das Objekt in zwei Stufen poliert wird. Die zweite Politur erfolgt mit Zinnoxid, das für eine glänzende Oberfläche sorgt.
Der finale Arbeitsgang ist das Gravieren. Feinste Strukturen werden hier herausgearbeitet. Fell, Gefieder und Augen erhalten ihre unverwechselbare, natürliche Anmutung.
Neben der Relieftechnik kann ich das volle Spektrum eines Grafikers nutzen. Während dieser jede Nuance von Schwarz bis Weiß zur Verfügung hat, bediene ich mich einer Bandbreite von Hochglanz poliert bis matt strukturiert.
Die viele Handarbeit führt dazu, dass kein Objekt dem anderen gleicht. Es ging durch viele Hände, die alle ihren Beitrag zu diesem Kunstwerk geleistet haben.”
Mats Jonasson
** Handelt es sich um ein bemaltes Objekt, erfolgt das Bemalen nach dem Standstrahlen. Im Anschluss wird das Stück im Brennofen gebrannt und die restlichen Schritte folgen. Wir benutzen ausschließlich organische Farben ohne Chemikalien.
